Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Kempen

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Kempener Bahnhof © Hans Nowosadek

Fahrradmitnahme im ÖPNV und SPNV

Der ADFC Kempen fordert deutliche Verbesserungen bei der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn. Die Kombination aus Fahrrad und öffentlichem Verkehr sei ein zentraler Baustein für klimafreundliche Mobilität – gerade im ländlich geprägten Raum.

ADFC Kempen fordert bessere Fahrradmitnahme im ÖPNV und SPNV  Intermodale Mobilität ist entscheidend für die Verkehrswende am Niederrhein

Der ADFC Kempen fordert deutliche Verbesserungen bei der Fahrradmitnahme in Bus und Bahn. Die Kombination aus Fahrrad und öffentlichem Verkehr sei ein zentraler Baustein für klimafreundliche Mobilität – gerade im ländlich geprägten Raum Kreis Viersen. Aktuell seien Kapazitäten, Regeln und technische Voraussetzungen jedoch unzureichend.

Fahrradmitnahme muss so selbstverständlich werden wie das Mitführen eines Koffers“, betont der ADFC Kempen. „Wer Rad und Bahn kombinieren möchte, stößt heute viel zu oft auf Barrieren, Unsicherheiten und fehlende Kapazitäten.“

Hintergrund: Probleme für Radfahrende

  • Zu wenige Stellplätze in Nah- und Fernverkehrszügen
  • Uneinheitliche Regeln zwischen Verkehrsverbünden
  • Fehlende Echtzeit‑Informationen zur Auslastung
  • Schwierige Mitnahme von Pedelecs, Sonderrädern und Lastenrädern
  • Keine verlässliche Fahrradmitnahme im Schienenersatzverkehr

Gerade Pendlerinnen und Pendler aus Kempen, die täglich Richtung Krefeld, Düsseldorf oder ins Ruhrgebiet unterwegs sind, seien auf verlässliche Mitnahmemöglichkeiten angewiesen. Auch der Radtourismus am Niederrhein leide unter den bestehenden Einschränkungen.

Forderungen des ADFC Kempen

Der ADFC Kempen schließt sich den bundesweiten ADFC‑Positionen an und fordert insbesondere:

  • Kostenfreie Fahrradmitnahme im Nahverkehr, analog zum Deutschlandticket
  • Deutlich mehr Kapazitäten in allen Zügen, auch für Pedelecs und Lastenräder
  • Barrierefreie Einstiege und Stellplätze für schnelles, sicheres Ein- und Ausladen
  • Bundesweit einheitliche Regeln zur Fahrradmitnahme
  • Digitale Echtzeit‑Kapazitätsanzeigen in Apps und an Bahnsteigen
  • Verpflichtende Fahrradmitnahme im Schienenersatzverkehr
  • Modulare Fahrzeugkonzepte, die flexibel zusätzliche Fahrradbereiche bereitstellen

Appell an Politik und Verkehrsunternehmen

Der ADFC Kempen fordert den VRR, die Verkehrsunternehmen, das Land NRW und den Bund auf, die intermodale Mobilität konsequent zu stärken.

Die Verkehrswende gelingt nur, wenn Rad und Bahn zusammen gedacht werden“, so der ADFC Kempen. „Wir brauchen klare Regeln, mehr Platz und moderne Fahrzeugkonzepte – und zwar jetzt.“


 

Neue BEMU‑Züge sind Chance für bessere Fahrradmitnahme – aber verbindliche Standards fehlen 

Der ADFC Kempen begrüßt die geplante Einführung moderner batterieelektrischer Regionalzüge (BEMU) auf der Linie RE10 bis spätestens 2028. Die neuen Fahrzeuge sollen die bisherigen Dieseltriebwagen ersetzen und ermöglichen erstmals einen emissionsfreien Betrieb auf der nicht elektrifizierten Strecke zwischen Kleve, Krefeld und Düsseldorf.

Die neuen Züge sind ein wichtiger Schritt für klimafreundliche Mobilität am Niederrhein“, erklärt der ADFC Kempen. „Doch für Radfahrende ist entscheidend, dass die Fahrzeuge auch wirklich ausreichend Platz für Fahrräder bieten. Genau hier bleiben viele Fragen offen.“

Mehr Komfort – aber unklare Kapazitäten

Die BEMU‑Züge des Typs CAF Civity verfügen über moderne Innenräume, große Einstiegsbereiche und flexible Mehrzweckflächen. Das bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für die Fahrradmitnahme.

Allerdings kritisiert der ADFC, dass bislang keine verbindlichen Mindeststandards für Fahrradstellplätze veröffentlicht wurden. Auch die Verkehrsverbünde VRR und NWL haben noch keine konkrete Zahl der geplanten Stellplätze genannt.

Wir brauchen klare Zusagen: mindestens 8 bis 12 Stellplätze pro Zug, barrierefrei zugänglich und ohne Sperrzeiten“, fordert der ADFC Kempen. „Nur so wird die Kombination aus Rad und Bahn wirklich attraktiv.“

Intermodalität muss mitgedacht werden

Der ADFC verweist auf seine bundesweiten Positionen:

  • Fahrradmitnahme muss einfach, barrierefrei und verlässlich sein.
  • Mehrzweckbereiche dürfen nicht zugunsten zusätzlicher Sitzplätze verkleinert werden.
  • Digitale Echtzeit‑Kapazitätsanzeigen für Fahrräder sind notwendig, um Überfüllung zu vermeiden.
  • Die neue Landesbehörde „Schiene NRW“ sollte verbindliche Standards für alle SPNV‑Ausschreibungen festlegen.

Wichtig für Pendler und Tourismus

Die RE10 ist für viele Pendlerinnen und Pendler aus Kempen ein zentraler Verkehrsträger. Gleichzeitig ist der Niederrhein eine der beliebtesten Radregionen Deutschlands.

Wer am Wochenende mit dem Rad nach Düsseldorf oder in die Niederlande fahren möchte, braucht verlässliche Mitnahmemöglichkeiten“, so der ADFC Kempen. „Die neuen Züge bieten die Chance – aber nur, wenn die Fahrradmitnahme nicht zur Nebensache wird.“

Forderung an VRR und Politik

Der ADFC Kempen fordert den VRR, das Land NRW und die neue Landesbehörde „Schiene NRW“ auf, die Fahrradmitnahme verbindlich zu regeln und die BEMU‑Züge entsprechend auszustatten.

Die Verkehrswende gelingt nur, wenn Rad und Bahn zusammen gedacht werden“, betont der ADFC Kempen. „Die neuen Züge sind ein guter Anfang – jetzt müssen die Standards folgen.“

Pressekontakt:  ADFC Kempen

Downloads

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Kempener Bahnsteig

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RE10

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https://kempen.adfc.de/pressemitteilung/fahrradmitnahme-im-oepnv-und-spnv

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